projekt: sen_giotto / environment

Sen-Giotto - The Manifestation of Volumes
 
Sen- Giotto ist ein Art-Environment, das Parallelen zwischen Giottos Freskengemälde in der Scrovegni-Kapelle (1304-1306) und den vorherrschenden (2010) visuellen Kommunikationstechniken assoziiert.

Die Installation stellt Giottos sequentielle Darstellungsmethode der biblischen „Lebensgeschichte Joachims“ in der Kapelle Scrovegni, den uns täglich umgebenden Bilderwelten gegenüber.

Die Ausstellung integriert 4 Elemente:

Eine transluzente, als Tunnelgewölbe konstruierte Projektiosfläche, auf der die in Echtzeit blau eingefärbten Bewegtbilder aus weltweit verteilten TV-Satelliten Stationen und aus dem World Wide Web wiedergegeben werden, verweist auf die „Fresken-Haut“ der Scrovegni Kappelle in Padua.

Projektion des Himmels über der Kapelle Scrovegni auf das Zentrum des "Tunnelgewölbes"

Sechs zusammengesetzte Marmor-Steinplatten, zentral im inneren des „Tunnelgewölbes“ positioniert, stellen freigestellte, als Intarsien eingearbeitete Details (Nimben aus den Fresken: Die Vertreibung - Unter Schäfern - Die Verkündigung - Das Opfer - Joachims Traum - Am Goldenen Tor) aus Giottos Scrovegni-Sequenz „Das Leben Joachims“ dar.

Kombiniert aus dem isolierten Tonmaterial der projezierten Bild-Datenströme und vororchestrierten Klangquellen, entsteht eine sich durch die Bewegung der Besucher entwickelnde Klanglandschaft (leise).
 
This is the final iteration of Sen-Giotto, 2008-2010
 
Konzept, Architektur und Planung: Detlef Günther/Al Laufeld.
A Moqup Maschine. © 2010 - All rights reserved.

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    ... Rauminstallationen wie „Going Forth By Day“ (2002) und „Transfigurations“ (2007) von Bill Viola oder das Giotto-Experiment (aus der “Heaven Opens-Triologie”, 2004/09) von Detlef Günther lösen sich ganz bewusst von dem Kunsterwartungsschema internationaler Ausstellungskunst und ermöglichen einen gesellschaftlich nachhaltigen Diskurs über technisch-künstlerische Dimensionen. Bezogen auf die zwischen Technik und geistiger Kontexten sich bewegenden Arbeiten von Detlef Günther, erkenne ich einen allgemeinen Grundzug: Das wäre die Wiederaneignung des „Wir“ durch das „künstlerische Individuum“. Der Austragungsort dafür ist einerseits sehr konkret in der Übertragung zweckmäßig-notwendiger Arbeit auf Technologien (soziale Nachhaltigkeit) und andererseits sehr abstrakt in der Generierung von ökologisch-zweckfreien Räumen (politische Phantasie) zu erkennen.

Arthur Engelbert, 2009

Auszug aus dem Katalog:
Detlef Günther HEAVEN OPENS
Wasmuth Verlag
ISBN 978-3-8030-3340-6

Im Katalog ist noch eine (nicht mehr aktuelle) Vorversion von Sen-Giotto abgebildet.