gelbgehen

Die Umwelt selbst wird zum Bildgrund…

Die Kunstaktion Gelb 92 war eine intensive, einjährige Recherche über ablaufende Konzentrations- und Wahrnehmungsfilter in der Außenprojektion auf Dingwelt und Umwelt, wobei die Farbe GELB sich selbst zum Motiv setzte mit dem Ergebnis: Der Jäger und die Beute entsprechen sich, Wahrnehmen und Wahrgeben sind eins, wir sind kein Opfer der Geschichte, auf was immer wir uns konzentrieren, wird wachsen. (Hannah Weitemeyer)

The environment itself becomes a visual ground….

The art project GELB 92 was an intensive, one-year research on expiring filters of concentration and perception in the external projection on object world and environment, whereby the color YELLOW set itself as motif with the result: The hunter and the booty correspond, perception and perception are one, we are not a victim of history, whatever we concentrate on will grow. (Hannah Weitemeyer)

Gelb-Inszenierung

Gegenseitige Durchdringung und Nichtbehinderung

Auf die Jagd nach dem Gelb ist Detlef Günther gegangen. Die Kunstaktion “Gelb 92″ wird zur Versuchsreihe, zur einjährigen Recherche über die Muster des Sehens. Eine Farbe tritt an die Stelle eines Motivs. Nicht um die künstlerische Hinzufügung geht es, sondern um das Auffinden. Gelb wird zum Leitmotiv, um die Gegenstände der Kunst und des Gebrauchs in Beziehung zu setzen, Wege zwischen Bereichen zu finden, die unsere geübten Formen des Zuordnens immer trennen wollen. Ein abstraktes Bild, eine schnell gezeichnete Chiffre, die Verkleidung eines Balkons und ein Telefonhäuschen werden so zu Eintragungen eines speziellen Koordinatensystems. Die Umwelt selbst wird zum Bild und Bildgrund. In die Außenwelt setzt Günther Markierungen, kleine Schablonen aus tranparenter Folie. Sie erinnern an die schematische Darstellung des Menschen aus dem Biologiebuch: als wolle Günther immer wieder versuchen, diese komplexe Umwelt zum Menschen jenseits seiner kulturellen Überformungen in Beziehung zu setzen. Eine feste Station von “Gelb 92″ ist die Galerie Sakschewski, die in Ausstellungen Zwischenberichte vom Stand der gelben Dinge gibt. Günther unternimmt eine Gratwanderung: je perfekter der Kunst die Einmischung in den Alltag gelingt, desto mehr verliert die Person des Künstlers an Konturen, verschwindet in der Anonymität. (Tipp- Stadtmagazin, 1992)

Mutual penetration and non-inhibition

Detlef Günther went hunting for the yellow. The art project “GELB 92″ becomes a series of experiments, a one-year research on the patterns of seeing. A colour replaces a motif. It is not about the artistic addition, but about finding it. Yellow becomes a motif to relate the objects of art and use, to find ways between areas that always want to separate our practiced forms of classification. An abstract picture, a quickly drawn cipher, the cladding of a balcony and a telephone box thus become entries in a special coordinate system. The environment itself becomes an image and a visual ground. In the outside world, Günther places markings, small stencils made of transparent film. They are reminiscent of the schematic portrayal of man from the biology book: as if Günther wanted to try again and again to relate this complex environment to man beyond his cultural transformations. A permanent station of “GELB 92″ is the Sakschewski Gallery, which gives interim reports on the state of the yellow things in exhibitions. Günther makes a tightrope walk: the more perfectly art succeeds in interfering in everyday life, the more the person of the artist loses contours, disappears in anonymity. (Tipp- Stadtmagazin, 1992)

Gelb Koordinaten